Aktuelles: Arbeitsgruppe Hermann Gmeiner

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Am 26. Jänner 2026 fand die erste Sitzung der Gemeindevertretung im neuen Jahr statt. Einer der Tagesordnungspunkte war ein Bericht der Aufarbeitungsgruppe Hermann Gmeiner. Nach einem offenen Diskurs brachte die AG am Ende einen Beschlussantrag ein, der einstimmig angenommen wurde. Mit diesem Beschluss bekennt sich die Gemeindevertretung klar dazu, den begonnenen Aufarbeitungsprozess aktiv weiterzuführen und sichtbare Schritte vorzubereiten.

 

Transparenz und Offenheit

In der Vergangenheit traf sich die AG mit Expertinnen und Experten zu Themen wie Missbrauch, Kinderschutz, Opferschutz, regionaler Aufarbeitung und Kinderdorf. Öffentliche Veranstaltungen, wie der Treffpunkt Gemeindepolitik am 17. Dezember 2025 und ein offener Gesprächsabend am 20. Jänner, haben gezeigt, wie unterschiedlich die Zugänge, Erwartungen und auch Verletzungen sind – und wie wichtig es ist, ihnen Raum zu geben. Das Ziel dieser Treffen ist es, Brücken zu bauen. Der Aufarbeitungsgruppe ist es sehr wichtig, weiterhin eng im Dialog mit der Bevölkerung zu bleiben. Es wird weitere Gesprächsabende geben, um den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, ihre Gedanken offen mitzuteilen.

⁠Die Arbeitsgruppe ist sich einig: Opfern von Missbrauch soll und muss mit Respekt, Ernsthaftigkeit und Glauben begegnet werden, auch wenn persönliche Beziehungen zum Täter bestehen. Prominenz und Ruf dürfen dem Opferschutz nicht im Weg stehen. Die durch die Vorwürfe entstandene offene Gesprächskultur zum Thema Kinderschutz ist eine positive Entwicklung für alle.

 

Sichtbare Veränderung

Nun ist es an der Zeit, die ersten sichtbaren Schritte im Dorf zu machen. Es ist der AG ein Anliegen, das soziale Erbe – insbesondere die Idee des SOS-Kinderdorfs – vom Personenkult zu trennen und verantwortungsvoll einzuordnen. Die Aufarbeitungsgruppe wird die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen für eine Veränderung der Büste prüfen. Außerdem wird sie sich mit der Umbenennung des Saals auseinandersetzen. Namensvorschläge können gerne aus der Bevölkerung eingebracht werden. Die genaue Umsetzung ist in beiden Punkten noch offen.

Konkreter wird es beim Kinderschutz: Der Familienverband Alberschwende organisiert gemeinsam mit der Kulturmeile ein Theaterstück, das sexuellen Missbrauch thematisiert: „Die Summe des Ganzen“ wird am 28. Februar im Mesmers Stall aufgeführt. Außerdem wird die Bücherei vom Familienverband mit Büchern ausgestattet, die Erwachsenen die Möglichkeit bieten, Kinder verschiedener Altersgruppen zu Themen wie Grenzen, Mein Körper und Gewalt zu sensibilisieren. Weitere Veranstaltungen sowie die Thematisierung in den Bildungseinrichtungen sind in Planung.

 

Informationen zu den Entwicklungen im Dorf und Veranstaltungseinladungen finden Sie weiterhin auf Gem2Go, Instagram, im Leandoblatt und auf der Gemeindewebsite.

Wie könnte der Saal in Zukunft heißen?

Schicken Sie Ihre Namensvorschläge für den Hermann-Gmeiner-Saal gerne an: gemeinde@alberschwende.at

05.02.2026 09:34